Sommerkleidung wintertauglich machen

Minimalismus im Kleiderschrank

Schon länger fasziniert mich die Idee, so viel Kleidungsstücke wie möglich das ganze Jahr über zu tragen. Das Thema habe ich zuletzt auch in meinem Beitrag „Das Märchen vom nachhaltigen Konsum“ angeschnitten.

Gerade bei Frauen ist das viel weniger kompliziert als es auf den ersten Blick aussieht. Stichworte dazu sind „Zwiebellook“, „Layering“ oder auch „layer look“.

Auf Pinterest sind unter diesen Stichworten sehr viele Anregungen zu finden. Ich habe einige Bilder, die mich besonders angesprochen haben, auf meiner Pinwand „layer look“ gesammelt.

6 Tipps wie Du Deine Sommerkleidung upgraden kannst

In meinem heutigen Beitrag für #EiNaB erzähle ich Dir meine Tricks, wie Du Sommerkleidung wintertauglich machen kannst.

Warum ist das nachhaltig? Weil man dadurch weniger neue Teile kaufen muss und einen wesentlich schlankeren Kleiderschrank besitzt. Außerdem macht es Freude, die Lieblingsteile länger tragen zu können.

mit einem Klick auf das Bild kommst Du zum Beitrag

mit einem Klick auf das Bild kommst Du zum Beitrag

Mit einem Klick auf das obere Bilder oder * hier * kommst Du direkt zum Beitrag und erfährst wie ich meine Sommerkleidung wintertauglich mache.

#EiNaB im November und Dezember

Mit meinem Beitrag eröffne ich die nächste Runde der Blogparade „einfach.nachhaltig.besser.leben“.

Die Linkparty findet in einem 2monatigen Rhythmus auf unserem Gemeinschaftsblog statt. Bis einschließlich 9.1.2017 hast Du die Möglichkeit Deine grünen Ideen und Gedanken bei dieser Linkparty zu teilen, danach wird Marlene übernehmen.


Das könnte Dich auch interessieren:

Im Gesamtindex „Beiträge“ findest Du eine Übersicht über alle bisher veröffentlichten Beiträge.

Typisch Frau – nichts anzuziehen – Teil 1. – die Analyse
Typisch Frau – nichts anzuziehen – Teil 2. – Entrümpeln befreit
Typisch Frau – nichts anzuziehen – Teil 3. – mein Kleiderdepot
Typisch Frau – nichts anzuziehen – Teil 4. – der Praxistest
Typisch Frau – nichts anzuziehen – Teil 5. – Kleidung färben + anpassen
Typisch Frau – nichts anzuziehen – Teil 6. – färben mit Pflanzenfarbe
Typisch Frau – nichts anzuziehen – Teil 7. – Kleidung passend machen
Typisch Frau – nichts anzuziehen – Teil 8. – nur noch Lieblingsstücke
Tipps für den Kleiderschrank

das Märchen vom nachhaltigen Konsum [Minimalismus vs. grünes Wachstum]

Vor einiger Zeit wurde ich durch einen Newsletter auf diesen Beitrag von „Utopia“ aufmerksam, in dem nachhaltige Yoga-Labels vorgestellt werden.

Nachdem mir Yoga seit über einem Jahr sehr viel Freude macht, habe ich ihn mir natürlich gleich angesehen und interessiert erfahren, was es alles an nachhaltiger Yogakleidung und Yogazubehör zu kaufen gibt.

Gibt es nachhaltigen Konsum?

Dieser Frage bin ich schon vor über 3 Jahren nach gegangen. Je länger ich darüber nachgedacht habe, desto klarer ist mir geworden, dass jedes neue Produkt Ressourcen verbraucht und man daher sehr genau überlegen sollte, ob man das Teil überhaupt braucht oder ob es nicht doch eine Alternative gibt.

nachhaltige Yogakleidung

In diesem Fall war es sehr einfach. In meiner Freizeit trage ich sehr gerne „Knotzkleidung“ – so nenne ich Kleidungsstücke, die unglaublich bequem sind um sich auf die Couch zu lümmeln (= knotzen).

Daher habe ich einige Leggings (in verschiedenen Längen) und bequeme Shirts, die sich ganz wunderbar für Yogaübungen eignen. Ich brauche keine neue Kleidung fürs Yoga zu kaufen, sondern kann das verwenden, was ich bereits besitze.

Yoga kann man in fast jeder Kleidung machen

Yoga kann man in fast jeder Kleidung machen

5 Fragen, die Du dir vor jedem Kauf stellen solltest

Schon seit über 3 Jahren kaufe ich so gut wie nichts Neues mehr. Es geht mir auch gar nichts ab, ich besitze mehr als genug von allem.

In der Zeit der Umstellung habe ich mir den Einstieg in die „ich kauf nix“-Zeit durch verschiedene Fragen erleichtert

1. Brauche ich das wirklich?
2. Gibt es etwas in meinem Besitz, das diese Funktion ebenfalls erfüllt?
3. Kann ich mir dieses Teil irgendwo ausleihen?
4. Hat jemand anderer so etwas und benötigt es nicht mehr?
5. Kann ich es auf eine andere Weise gebraucht finden?

Nachgestellt habe ich dann noch die Dringlichkeit. Wenn die Anschaffung zwar nötig, aber nicht dringend war, dann habe ich mir manchmal viel Zeit gelassen, damit der Punkt 5. doch noch erfüllt werden konnte. Eine Möglichkeit dafür waren z.B. Suchanzeigen auf Online-Portalen für gebrauchte Waren.

Linktipp: Viele gute Tipps um Fehlkäufe zu vermeiden hat Gabi in ihrem Beitrag „5 Punkte-Liste gegen Fehl- und Frustkäufe“ gesammelt.

Minimalismus – use what you have

Durch die Frage 1. habe ich erkennen können, dass ich viel weniger brauche, als ich ursprünglich angenommen habe.

Und die Frage Nummer 2 hat mir gezeigt, dass mit den Mitteln der Kreativität sehr viel mehr möglich ist, als man vielleicht ursprünglich annimmt.

Die Wirtschaft, die auf den Verkauf von Produkten ausgelegt ist, versucht natürlich so viel wie möglich zu verkaufen. Eine Methode dafür ist die Spezialisierung. Universalprodukte werden zu vielen Spezialprodukten „zerlegt“, sodass der unkritische Konsument plötzlich eine Vielzahl von Dingen kauft, statt nur einem einzigen.

Ich besitze Sportschuhe und keine Lauf-, Wander-, Radfahr- sowie Freizeitschuhe. Mit meinen Leggings kann ich Yoga und Gymnastik machen, auch Laufen oder ins Fitness-Studio gehen, zu Hause auf der Couch liegen und in der Küche meine Essen zubereiten. Wenn es kalt ist, wärmen sie mich unter den Jeans und ich brauche keine langen Unterhosen oder Strumpfhosen.

In meiner Auflaufform kann ich sowohl mein Frühstücksbrot gehen lassen, als auch eine Lasagne backen. Bei der Herstellung von Holunderblütensirup werden die ausgedrückten Holunderblüten darin gesammelt und am Wochenende das Huhn für den Sohn im Rohr gebraten. Das Apfeltiramisu schmeckt danach genau so lecker wie immer.

universell einsetzbar, ein richtiges Multifunktionsteil

universell einsetzbar, ein richtiges Multifunktionsteil

Minimalismus im Kleiderschrank

Frühlingskleidung, Sommerkleidung, Herbstkleidung, Winterkleidung – jede Jahrzeit hat ihre Bedürfnisse und verlangt nach neuen Kleidungsstücken und immer mehr im Kleiderschrank.

Durch geschicktes Layering kann man auch mit wenigen Kleidungsstücken große Temperaturschwankungen ausgleichen. In dem Zusammenhang möchte ich noch einmal auf den sehr interessanten Beitrag von Anne „Sommerklamotten im Winter tragen“ hinweisen.

Ein ganz besonderes Beispiel für Minimalismus im Kleiderschrank zeigt uns Bea Johnson in ihrem Beitrag „one dress, 22 ways“, in dem sie Fotos zeigt, wie sie während ihrer Tournee das schwarzes Kleid auf 22 verschiedene Arten getragen hat.

Minimalismus bedeutet nicht Verzicht

Das Geheimnis des Minimalismus ist vermutlich die Kreativität. Der Minimalist besitzt zwar weniger Teile, aber dafür sind diese multifunktionell zu verwenden.

Ich verspüre keinen Verzicht, wenn ich z.B. eine alte Pralinendose aus Glas als Butterdose verwende. Ganz im Gegenteil, ich liebe sie sehr, da sie mir so gut gefällt, weil sie mich an meine Großmutter erinnert. Und wenn sie gerade keine Butter beherbergt, ist sie auch anders für mich nützlich.

meine Butterdose aus Glas

meine Butterdose aus Glas

Minimalismus bedeutet daher für mich, weg von speziellen hin zu universellen Dingen. Und das sowohl bei der Bekleidung als auch beim Geschirr in der Küche und bei vielem anderen auch.

es gibt keinen nachhaltigen Konsum

Jedes Teil, das neu angeschafft wird, verbraucht Ressourcen und belastet damit die Umwelt. Grünes Wachstum gibt es nicht, denn es ist noch immer Wachstum und in unserer heutigen Zeit kann die Wirtschaft nicht mehr wachsen ohne die Umwelt weiter zu belasten.

Der einzige Weg da heraus ist, weniger zu konsumieren und mit dem zu leben, was man bereits besitzt (siehe „Postwachstumsökonomie“). So wie vorhin schon beschrieben ist es wichtig sich zu fragen, ob es nicht doch möglich ist, seine Bedürfnisse mit dem abzudecken, was man bereits besitzt, bevor man etwas Neues kauft bzw. das Teil, das kaputt geworden ist, repariert.

Wenn eine Anschaffung unumgänglich ist, kann man sich umsehen, ob jemand so etwas besitzt, aber nicht mehr benötigt. Eine sehr gute Möglichkeit dazu ist ein Kostnixladen, auch unter dem Namen Umsonstladen bekannt. Weitere Alternativen sind auf Facebook bei regionalen Verschenkgruppen oder auf Verschenkportalen wie beispielsweise „willhaben-verschenken“ zu finden.

kein Neukauf ohne Müll

Und noch ein Punkt spricht aus meiner Sicht dafür, Bestehendes zu verwenden statt Neues zu kaufen. Bei jedem Neukauf entsteht Müll. Bei der Produktion werden die Ressourcen für den Transport der Rohstoffe und für die Herstellung der Ware verbraucht, aber natürlich auch jene für die Fabrik und die Maschine, welche die Ware herstellt.

Danach muss das Teil verpackt und zum Geschäft transportiert werden. Um den Transport heil zu überstehen, werden viele Waren zusätzlich zur handelsüblichen Verpackung mit jeder Menge Plastik gesichert. Darüber habe ich in meinen Beitrag „grauer Plastikmüll – die unsichtbare Gefahr“ geschrieben.

All das fällt weg, wenn ich mit dem, was ich bereits besitze, zufrieden bin und Ersatz auf dem Gebrauchtmarkt suche, wenn es wirklich nötig ist. Du siehst – nachhaltiges grünes Wachstum gibt es nicht.

jede Menge Plastikmüll im Warenlager

jede Menge Plastikmüll im Warenlager

warum ich „grünes Wachstum“ trotzdem (mit Vorbehalt) gut finde

Trotz all meiner eigenen Argumente dagegen finde ich es durchaus begrüßenswert, dass es mittlerweile einige Unternehmen gibt, die sich über die Umwelt Gedanken machen und grünes Wachstum propagieren. Es gibt sicher einen Markt dafür, denn meine Art zu denken und zu leben, ist wohl nicht für jeden Menschen möglich.

Und wenn diese mit grünen Gedanken agierenden Unternehmen mehr Menschen erreichen, die dann ressourcenschonend und fair produzierte Waren kaufen, welche die Umwelt weniger belasten als konventionell produzierte Dinge, dann ist insgesamt doch ein Schritt in die richtige Richtung getan.

Solange der Rebound-Effekt nicht dazu führt, dass mehr gekauft wird, weil ja alles so grün und nachhaltig ist und der Schaden in Summe doch größer ist als der Nutzen…


Logo einab grueneinfach.nachhaltig.besser.leben [#EiNaB]

Meinen heutigen Beitrag schicke ich zur Blogparade einfach.nachhaltig.besser.leben.
Hier geht es zur aktuellen Linkparty.

Weiters verlinkt zu ANL von Rostrose.


Das könnte Dich auch interessieren:

Der Geschirrspüler – Feind des Minimalismus
Vom Mangel zur Fülle
Minimalismus ist mehr als Konsumverzicht
Werbung will, dass Du unglücklich bist
Auf dem Weg in die Postwachstumsökonomie

Im Gesamtindex „Beiträge“ findest Du eine Übersicht über alle bisher veröffentlichten Beiträge.

fashion revolution day 2016 [this is not okay!]

Am 24. April 2013 stürzte das Rana Plaza Gebäude, in dem sich eine Nähfabrik befand, ein. 1127 Personen starben, 2438 Personen wurden verletzt und unzählig verloren Beine und/oder Arme.
fashion revolution day
Seither gedenkt die Welt jedes Jahr am 24. April mit dem Fashion Revolution Day diesem furchtbaren Ereignis. Weiterführende Infos sind auf „fashionrevolution“ zu finden und auf FB/Twitter unter #whomademyclothes.

Frauen, die genäht haben, starben, weil ein Liefertermin mehr wert war als ein Menschenleben. Weil die „Geiz ist geil“-Mentalität dazu geführt hat, dass der Preis der Kleidungsstücke nicht mehr den wahren Wert widerspiegelt.

Susanne vom Blog „mamimade“ hat neuerlich zu einer Aktion der Nähbloggerinnen aufgerufen. Alle Infos dazu sind in ihrem Beitrag „fashion revolution day 2016“ zu finden.

ich bin auch mit dabei

Da mir das Thema sehr wichtig ist, bin ich sehr gerne mit dabei. Welchen Wert die Arbeit hat, habe ich schon vor längerer Zeit einmal hinterfragt und das Thema „Reparieren“ ist sowieso ein Fixpunkt auf meinem Blog.

Dass es mittlerweile billiger ist ein Kleidungsstück neu zu kaufen, statt es zu reparieren, ist für mich absolut irre. Dass es das gibt liegt alleine daran, dass wir die billigen Arbeitskräfte in Bangladesh, Indien etc. ausnützen. Sonst würde das nicht funktionieren.

Aber man muss gar nicht so weit schauen, in einem sehr aufrüttelnden Beitrag der Campagne „clean clothes“ wird offensichtlich, dass auch ein „made in Europe“ nicht vor unmenschlichen Arbeitsbedingungen schützt.

meine Nähmaschine und ich

Auf dem Bild siehst Du mich an der Nähmaschine, wie ich gerade eine Hose repariere, deren Naht vom Gummibund gerissen ist.

Das erste Mal saß ich im Alter von 14 Jahren an der Nähmaschine. Im Rahmen meiner Schulausbildung hatte ich Nähunterricht und habe nicht nur gelernt, wie man Kleidungsstücke für sich selbst anfertigt, sondern auch wie man ein Schnittmuster selbst zeichnet.

fashion revolution day 2016 - this is not okay!

fashion revolution day 2016 – this is not okay!

Bereits im Alter von 15 Jahren habe ich daher begonnen, Teile meiner Garderobe selbst zu schneidern und gekaufte Stücke an meine Bedürfnisse anzupassen.

Seitdem meine Kinder auf der Welt sind, habe ich mich vor allem dem Reparieren von kaputter Kleidung gewidmet, bei Kindern wird ständig etwas kaputt.

Da mir das Thema so wichtig ist, gibt es seit Anfang letzten Jahres die Linkparty „fix it – reparieren ist nachhaltig“, mittlerweile sind weit über 100 Anleitungen für verschiedene Reparaturen zusammen gekommen.

Wegwerfkleidung – this is not okay!

Vor einiger Zeit bin ich auf ein Thema gestoßen, das ich so noch nicht in den Medien gesehen habe und welches scheinbar unter den Tisch gekehrt wird. Heute möchte ich darüber schreiben und den Fashion Revolution Day zum Anlass nehmen, um diese Missstände aufzuzeigen.

In den Medien ist viel die Rede von der Lebensmittelverschwendung, viel zu viele Lebensmittel landen – obwohl sie noch gut und genießbar sind – im Müll, weil sie abgelaufen sind.

Auch wenn man es nicht direkt vergleichen kann, so gibt es doch im Bereich der Textilindustrie eine ähnliche Verschwendung. In Hinblick darauf, wie dubios die Umstände der Produktion sind, ist es geradezu unfassbar, dass so etwas geschieht. Und darüber schreibt niemand.

Immer wieder gehen Kleidungsstücke bei der Anprobe in der Kabine kaputt. Einige verschätzen sich bei der Größe und schon ist die Naht geplatzt. Oder das Shirt ziert eine gute Portion Make-up, weil es beim Ausziehen über das Gesicht gestreift ist. Der Reißverschluss geht nicht gleich zu weil das Teil zu klein ist? Macht nichts, das kriegen wir schon hin – oh doch nicht. Kaputt.

Müll wohin das Auge reicht

Müll wohin das Auge reicht

Diese Teile landen alle im Müll. Weil es viel zu teuer ist, das Shirt zu waschen und danach zum Verkauf anzubieten. Es ist auch zu teuer, die offene Naht wieder zu schließen, weil die Näherin in Österreich einfach viel zu teuer ist.

Kleidungsstücke, die unter ausbeuterischen Umständen zu Dumpingpreisen hergestellt wurden, landen im Müll, weil sei kleine, leicht zu reparierende Fehler haben.

Woher ich das weiß? Meine Tochter arbeitet in einer Behinderteneinrichtung und ein (!) Geschäft spendet diese kaputten Kleidungsstücke, die sonst im Müll landen würden.

Aber es gibt unzählige andere Geschäfte, die solche Kleidungsstücke wegwerfen. Es ist ein Jammer, denn in jedem einzelnen Teil steckt nicht nur das Material, aus denen das Kleidungsstück hergestellt wurde, sondern auch die Näharbeit.

fix it – reparieren ist nachhaltig

Vor kurzem habe ich 3 dieser gespendeten Teile innerhalb von nicht einmal 15 Minuten repariert und so vor dem Müll gerettet. Hier ein paar Bilder, die einen winzigen Einblick in die Problematik zeigen.

Ärmelnaht wieder geschlossen

Die Naht am Ärmel dieser Jacke war aufgegangen. Der Strickstoff ist perfekt in Ordnung, nur die Naht war aufgegangen.

hier sieht man die offene Ärmelnaht

hier sieht man die offene Ärmelnaht

Das Aufspulen vom Unterfaden und Einfädeln der Nadel hat länger gedauert, als die Naht wieder zu schließen. Schwach 5 Minuten später war die Jacke wieder tragbar.

so gut wie neu

so gut wie neu

Träger wieder angenäht

Das war ja wohl der Witz schlechthin. Ein Träger hatte sich gelöst, ich nehme an, es wurde zu wild angezogen beim Ausziehen oder so ähnlich. Das war dann noch nicht einmal 3 Minuten Arbeit, denn ich habe den Träger mit der Hand wieder angenäht.

ein paar Stiche mit der Hand und der Träger ist wieder dran

ein paar Stiche mit der Hand und der Träger ist wieder dran

Seitennaht der Jeanshose wieder zugenäht

Diese Jeanshose hat mich doch verdammt an meinen Beitrag (k)eine tödliche Jeanshose [this is not okay!] erinnert. Wie viel teilweise gesundheitsgefährdende Arbeit in dieser Hose steckt!

Die Seitennaht war geplatzt. Eine einfache, gerade Naht. Und schon wird sie zu Müll. Aber nicht mit mir! Passenden Faden einfädeln, eine kurze gerade Naht und schon ist sie gerettet.

nicht einmal 5 Minuten Arbeit stecken darin

nicht einmal 5 Minuten Arbeit stecken darin

Welchen Wert hat die Arbeit?

Wo bleibt die Wertschätzung für die Arbeit der Näherinnen, die unterbezahlt sind, unter menschenunwürdigen Umständen arbeiten und leben, wenn Kleidungsstücke aus so nichtigen Gründen zu Müll werden können?

Es fehlen mir gerade die Worte, um meine Empörung zu beschreiben.

ich will das nicht hinnehmen - this is not okay!

ich will das nicht hinnehmen – this is not okay!

Zeig Deinen Protest

Sei auch mit dabei, mach ein Bild von Dir an der Nähmaschine und schreib bis 25.4.2016 einen Beitrag darüber. Alle Infos zur Aktion sind in Susannes Beitrag „fashion revolution day 2016“ zu finden.


Logo einab grueneinfach.nachhaltig.besser.leben [#EiNaB]

Meinen heutigen Beitrag schicke ich zur Blogparade einfach.nachhaltig.besser.leben.
Hier geht es zur aktuellen Linkparty.

Banner fix itfix it – reparieren ist nachhaltig

Natürlich darf dieser Beitrag auch bei meiner Linkparty „fix it – reparieren ist nachhaltig“ nicht fehlen.

Weiteres verlinkt zu Create in Austria, ANL, Creadienstag, Handmade on Tuesday, Dienstagsdinge und mamimade.

Tipp: Alle Bilder können durch Anklicken vergrößert werden, um weitere Details zu betrachten.


Das könnte Dich auch interessieren:

(k)eine tödliche Jeanshose [this is not okay!]
Welchen Wert hat die Arbeit?
Welchen Wert hat die Arbeit – Reparaturen?
Was passiert mit Altkleidern?
Tipps für den Kleiderschrank
Wie viele Schuhe braucht eine Frau?

Im Gesamtindex „Beiträge“ findest Du eine Übersicht über alle bisher veröffentlichten Beiträge.

selbst.gemacht statt selbst.gekauft – Yogarock

Meine Lehrerin trägt zu ihren von mir gestrickten Yogasocken manchmal einen grünen gefilzten Yogarock über ihre Yogahose. Das sieht nicht nur gut aus, sondern ist ganz besonders warm an den Nieren und am Po.

Als ich den Rock das erste Mal gesehen habe, hat es in meinem Hirn gleich zu rattern angefangen. Ich kaufe ja schon seit mehr als 2 Jahren keine neue Kleidung mehr, den kann man doch sicher ganz einfach selbst machen.

Müll vermeiden durch Kreativität

Mir ist dann auch gleich ein alter Wollpullover eingefallen, den ich einmal aus dem Kostnixladen mitgenommen habe. Er war durch das falsche Waschen seines ursprünglichen Besitzers klein und verfilzt geworden, sodass ihn natürlich keiner haben wollte. Dass ich ihn vor dem Müll gerettet habe, war irgendwie logisch.

vorher war ich ein Pullover

vorher war ich ein Pullover

Verfilzter Polopulli wird zu Yogarock

Als erstes habe ich die Ärmel abgeschnitten, dadurch die Form festgelegt und die Seitennähte wieder geschlossen.

Danach blieb das Problem mit dem Schlitz vom Polokragen. Darüber habe ich lange nachgedacht und dann erkannt, dass das in Wirklichkeit gar kein Problem ist.

Aus dem Schlitz auf der Vorderseite wurde der Abnäher auf der Rückseite vom Rock.

aus dem Polokragen wird der Abnäher

aus dem Polokragen wird der Abnäher

Am unteren Ende hatte der Pullover 2 weitere seitliche Schlitze, die nun mit der Hand zugenäht sind.

schnell mit der Hand zugenäht

schnell mit der Hand zugenäht

Da der Pullover so stark verfilzt war, konnten die Maschen nicht davonlaufen und ich habe den gestrickten Pullover einfach zerschneiden können. Auch die Schnittkanten mussten nicht versäubert werden, da franst nichts mehr aus!

fertig ist der neue Yogarock

fertig ist der neue Yogarock

So hatte ich in nur einer Stunde Arbeit den Yogarock fertig und freue mich total darüber. Man trägt den Rock hoch bis zum Brustansatz, dadurch ist er wirklich sehr warm bei den Nieren. Ich hoffe, das kann man so auch an der Schneiderpuppe erkennen.

Was mir besonders gut gefällt

Ich bin ja ein Fans von kleinen Details. Wenn man genau hinsieht, sind die Streifen im breiten Teil ganz breit, im mittleren Teil etwas schmäler und in der hohen Taille ganz eng gestrickt.

Tipp: Alle Bilder können durch Anklicken vergrößert werden, um weitere Details zu betrachten.

Langzeitbericht

Meinen Yogarock trage ich nun schon seit über 4 Monaten und ich liebe ihn nach wie vor sehr. Nachdem ich meist mit dem Fahrrad zum Yogaunterricht unterwegs bin, ist er gleich doppelt nützlich, da er mich auch auf der Fahrt angenehm wärmt.

Auch jetzt, wo es bereits etwas frühlingshafter ist, empfinde ich ihn als sehr angenehm.

Durch das Material ist er trotz der hellen Farbe recht unempfindlich, da er weder Schmutz noch Gerüche annimmt. Sogar wenn ich zu Hause auf die Matte gehe, ziehe ich ihn an, weil ich mich so sehr an dieses angenehme Tragegefühl gewöhnt habe.


Logo einab grueneinfach.nachhaltig.besser.leben [#EiNaB]

Meinen heutigen Beitrag schicke ich zur Blogparade einfach.nachhaltig.besser.leben.
Hier geht es zur aktuellen Linkparty.

Banner fix itfix it – reparieren ist nachhaltig

Natürlich darf dieser Beitrag auch bei meiner Linkparty „fix it – reparieren ist nachhaltig“ nicht fehlen.

Weiters verlinkt zu Create in Austria, Upcyclinglinkparty, RUMS, happyrecycling, Lieblingsstücke, ANL, DIY your Closet, Freebie-Freitag und Nähfrosch


Yogarock Upcycling

Das könnte Dich auch interessieren:

selbst.gemacht statt selbst.gekauft – Yogasocken [Anleitung]

Im Index selbst.gemacht findest Du eine Übersicht über alle bisherigen DIY-Beiträge.

Alle ausführlichen von mir selbst geschriebenen Anleitungen sind auf der Übersichtsseite „Anleitungen – Tutorials“ zusammengefasst.

Typisch Frau – nichts anzuziehen – Teil 8.

Im letzten Jahr habe ich zu dieser Serie nur einen einzigen Beitrag veröffentlicht, das heißt aber nicht, dass ich dem Thema keine Aufmerksamkeit geschenkt habe, ganz im Gegenteil.

auf und ab

Ende 2014 habe ich aus gesundheitlichen Gründen sehr viel zugenommen, sodass mir gar nichts mehr aus meinem Kleiderschrank gepasst hat.

Mir war wichtig, dass ich den Kleiderschrank nicht wieder auffülle, da ich wusste, dass ich die Zunahme wieder abnehmen will.

Meine Garderobe war daher im letzten Jahr sehr variabel, langsam bin ich in einige Teile wieder hinein geschrumpft und habe gleichzeitig die Gelegenheit genutzt, um wirklich jedes Teil zu hinterfragen.

Kostnixladen Bekleidungdas Jahr der Experimente

Über lange Zeit hatte ich kaum Kleidungsstücke, die mir gepasst haben. Um über die Runden zu kommen, habe ich mir immer wieder einmal etwas im Kostnixladen ausgesucht.

Da ich für die Teile nichts bezahlen musste, habe ich mir erlaubt, auch ausgefallenere Kleidungsstücke auszusuchen, die ich normalerweise nicht tragen und die ich mir daher nie kaufen würde.

Es war wie ein Spiel für mich, ich wurde mit der Zeit immer mutiger und es hat mir richtig Spaß gemacht. Bei vielen Teilen habe ich schnell gemerkt, dass es gar nichts für mich ist, diese habe ich dann oft sogar ungetragen beim nächsten Besuch wieder zurück gebracht.

Andere Teile habe ich ein paar Mal an gehabt, jedoch bald gemerkt, dass ich mich doch nicht so wohl fühle damit und dann kam das gute Stück wieder zurück in den Kostnixladen.

Aus einigen Teilen bin ich nach kurzer Zeit heraus geschrumpft und ich war dankbar, dass sie mir über diese Zeit geholfen haben.

Nach einer Weile haben sich einige neue Lieblingsstücke angesammelt und andere Teile, die ich früher mochte, mussten gehen.

Gerade durch die beständige Veränderung von meinem Gewicht, musste ich mich zwangsläufig auch ständig mit meinem Kleiderschrank beschäftigen.

Durch den Kostnixladen habe ich so eine Leichtigkeit bekommen bei den Entscheidungen ob ein Teil bleiben darf oder es weg muss. Besonders nützlich war eine Regel, über die ich in dem Beitrag „typisch Frau nichts anzuziehen Teil 7.“ bereits geschrieben habe.

meine wichtigste Entrümpelungsregel

Um künftig keine Schrankleichen mehr zu haben, habe ich sehr erfolgreich zwei neue Regeln eingeführt, die sich wirklich sehr bewährt haben.

Wenn mir ein Teil im Kleiderschrank auffällt, das mir sehr gut gefällt, welches ich jedoch immer wieder zur Seite lege und doch nicht anziehen will, muss ich es entweder sofort tragen oder es muss weg. Alternativ dazu, wenn nur Kleinigkeiten stören, mache ich das Teil passend.

Diese einfachen Regeln befolge ich sehr konsequent und das hat mir wirklich sehr gut geholfen, dass nun die Lieblingsteile im Kleiderschrank überwiegen.

ein Ende ist in Sicht

Ich habe es zwar noch nicht ganz geschafft mein Wunschgewicht zu erreichen (Du weißt schon – Weihnachten!), aber ein Ende ist in Sicht. Als Pia Anfang Dezember ihr neues Buch am Blog vorgestellt und ein Rezensionsexemplar angeboten hat, habe ich erfreut die Gelegenheit ergriffen und sie um ihr E-Book gebeten. Besonders gefreut hat mich, dass ich auch ihr erstes Buch lesen durfte.

minimalismus_im_kleiderschrankMinimalismus im Kleiderschrank
Entrümpeln und den eigenen Stil finden
von Pia Mester
Eigenverlag

Es war eines der ersten Bücher, das Pia geschrieben hat und wurde bereits 2013 veröffentlicht. Ich finde es ist ein überaus gut gelungener Kompaktratgeber zum Thema Kleiderschrank. Pia motiviert zum Entrümpeln, indem sie erklärt, welchen Vorteil ein minimalistischer Kleiderschrank bringt und erklärt Schritt für Schritt, wie man das Entrümpeln am besten angeht.

Dabei vergisst sie nicht darauf hinzuweisen, dass man auch Verantwortung für die gekaufte Kleidung hat und diese daher nicht einfach wegwerfen sollte. Im Kapitel 5. „wohin mit den aussortieren Klamotten“ werden Alternativen aufgezeigt.

Die Kapitel 6. und 7. mag ich natürlich ganz besonders, denn da werden die Lieblingsstücke repariert bzw. Upcycling-Tipps gegeben.

Abgerundet wird das Buch durch Hinweise, wie man die Garderobe neu aufbaut und die neu gewonnene Ordnung im Kleiderschrank hält.

Zuletzt geht Pia noch einen Schritt weiter und denkt über das künftige Einkaufsverhalten nach, damit alles so schön bleibt, wie es ist.

Ich finde dieses kleine Büchlein ausgesprochen gut gelungen, es hat so eine in sich schlüssige Logik. Auch wenn es aufgrund der Kürze logischerweise vor allem Anregungen gibt (das ist das Wesen von Kompaktratgebern), so habe ich doch alles darin gefunden, was wichtig ist.

Das Buch ist eine wirklich gute Einstiegshilfe für einen minimalistischen Kleiderschrank.

minimalismus_trifft_kleidungMinimalismus trifft Kleidung
In 4 Wochen zum Kleiderschrank voller Lieblingsstücke
von Pia Mester
Eigenverlag

Hierbei handelt es sich um das neueste Buch von Pia. Der Titel hat mich aufgrund meiner persönlichen Situation, in der ich mich gerade befinde, sofort angesprochen.

Ich habe fast das Gewicht erreicht, das ich gerne halten möchte und so ist es mir nun wichtig, endlich einen Kleiderschrank voller Lieblingsstücke zu besitzen.

Natürlich habe ich im letzten Jahr bereits viel Vorarbeit geleistet und bin dementsprechend nicht bei 0 gestartet. Das empfohlene Kleidungstagebuch im ersten Kapitel habe ich zwar nicht wörtlich geführt, aber doch im letzten Jahr bereits laufend beobachtet, was ich mag und was ich nicht mag.

Das zweite Kapitel befasst sich mit dem Enrümpelungsvorgang an sich und überschneidet sich daher naturgemäß ein wenig mit dem ersten Buch. Besonders gut gefällt mir in diesem Kapitel die Aufgabe der Woche.

Trage jeden Tag ein Teil aus dem „Vielleich-Fach“

Das ist im Prinzip genau das, was ich im letzten Jahr als ganz besonders nützlich empfunden habe. Nicht nur, dass man die Schrankleichen dadurch los wird, am hilfreichsten an dem Tipp ist, dass man dadurch wirklich genau lernt, was man mag und was man nicht mag.

Das dritte Kapitel wiederum hat mir im Moment am meisten gebracht, denn es geht darum den eigenen Stil zu finden. Daran habe ich ja auch im letzten Jahr sehr intensiv gearbeitet. Aber ein Schritt hat noch gefehlt und den entscheidenden Tipp habe ich aus dem Buch von Pia bekommen. Mehr dazu später.

In der letzten Arbeitswoche geht es darum Strategien für die Zukunft zu finden. Besonders gut gefällt mir, dass Pia auch auf alternative Shopping-Möglichkeiten wie z.B. Ökokleidung, Tauschpartys, Second-Hand-Kauf und Upcycling eingeht.

Linktipps:

Am Blog von Pia sind viele interessante Beiträge zu dem Thema zu finden.
Kleiderschrank entrümpeln: So entscheidest du, was du behältst
Infografik: So entrümpelst du deinen Kleiderschrank
Freebook: Was du tun kannst, wenn dich der Kaufrausch überkommt

Frühling, Sommer, Herbst und Winter

Nun aber zu dem Tipp aus dem Buch, der mir im Moment am besten geholfen hat – es geht um die Farbpalette. Darüber habe ich vor langer Zeit schon einen sehr beeindruckenden Beitrag von Ingrid auf ihrem Blog „Kunterbunt“ gelesen.

Damals war jedoch für mich scheinbar noch nicht ganz der richtige Zeitpunkt, diesmal hat mich das Thema jedoch gepackt. Ich habe mich daher sehr eingehend damit beschäftigt, welcher Farbtyp ich bin und was mir persönlich an genau diesen Farben am besten gefällt.

Herausgestellt hat sich, dass ich ein Mischtyp bin und die reinen Farben nicht so mag. Wenn man mehr ins Detail geht, gibt es jede „Jahreszeit“ noch in light (bright) und dark (deep). Und plötzlich konnte ich damit sehr viel anfangen.

Farbpalette

so geht das Entscheiden viel einfacher

In Hinblick auf Schnitt und Bequemlichkeit habe ich im Laufe des letzten Jahres bereits viele Entscheidungen sehr einfach treffen können. Trotzdem waren da noch immer einige Teile, die ich kaum getragen habe, obwohl ich sowohl Schnitt als auch Farbe an und für sich mag.

Mit der „Farbpalette im Kopf“ habe ich nun einen Entrümpelungsdurchgang nur in Hinblick auf die Farbe gestartet und was soll ich sagen – Volltreffer! Diesmal hat es total gut geklappt, ich habe mich von einigen Teilen sehr bewusst verabschieden können.

Wenn ich nun in meinen Kleiderschrank blicke, fühle ich mich sehr wohl. Ich habe nun nicht nur Teile aussortiert, in denen ich mich nicht so wohl gefühlt habe, sondern auch jene Farben entfernt, die mir teilweise zwar gefallen, die ich aber an mir doch nicht sehen möchte.

der Schrank voller Lieblingsstücke

Ich möchte von mir nicht sagen, dass ich bereits angekommen bin, aber ich fühle mich nun wirklich wohl, wenn ich in meinen Kleiderschrank schaue. Die Auswahl fällt mir leichter, die Farben passen besser zusammen und die Teile lassen sich gut miteinander kombinieren.

Zwei Fehler habe ich bei der bisherigen Wahl meiner Kleidungsstücke gefunden, wo ich wirklich einem totalen Trugschluss erlegen bin:

1. wenn ich nur Basics habe und
2. wenn ich von jeder Farbe ein Teil besitze

dann kann ich alles gut kombinieren. Falscher konnte ich nicht liegen.

Nun besitze ich ein paar wenige außergewöhnliche Teile und habe mich bei den Basics auf einige wenige Farben reduziert.

meine Basic-Shirts, die bleiben durften

meine Basic-Shirts, die bleiben durften

was zu tun übrig bleibt

Derzeit habe ich nur die Winter- und Übergangskleidung nach diesen Kriterien ausgewählt. Ich denke nämlich, dass ich im Sommer andere Farben lieber trage und daher werde ich die Sommerkleidung nicht im Winter sondern bei warmen Temperaturen und Sonnenschein entrümpeln.


Logo-EiNaBeinfach.nachhaltig.besser.leben [#EiNaB]

Meinen heutigen Beitrag schicke ich zur Blogparade einfach.nachhaltig.besser.leben. Derzeit wird die Linkparty vom Blog „foolfashion“ durchgeführt. Weiters verlinkt zu ANL.


Das könnte Dich auch interessieren:

Typisch Frau – nichts anzuziehen – Teil 1. – die Analyse
Typisch Frau – nichts anzuziehen – Teil 2. – Entrümpeln befreit
Typisch Frau – nichts anzuziehen – Teil 3. – das Kleiderdepot
Typisch Frau – nichts anzuziehen – Teil 4. – der Praxistest
Typisch Frau – nichts anzuziehen – Teil 5. – Kleidung passend machen
Typisch Frau – nichts anzuziehen – Teil 6. – färben mit Pflanzenfarbe
Typisch Frau – nichts anzuziehen – Teil 7. – Kleidung passend machen
Tipps für den Kleiderschrank

Im Gesamtindex „Beiträge“ findest Du eine Übersicht über alle bisher veröffentlichten Beiträge.

(k)eine tödliche Jeanshose [this is not okay!]

ich verstehe die Welt einfach nicht mehr

Jetzt weiß ich, dass ich wirklich alt bin. So richtig alt nämlich. Neulich war ich mit meinem Sohn Jeans kaufen, weil seine Hose total zerrissen war. Ich habe ihm gesagt, so eine Jeanshose kann man nicht mehr anziehen, die muss weggeworfen werden! Die kann nicht einmal ich mehr reparieren – und das heißt wirklich was.

rien ne va plus

rien ne va plus

Also waren wir in einem Geschäft und haben uns die aktuelle Jeanskollektion angesehen. Ich dachte ich bin im falschen Film. Irgendwie haben alle Jeans genau so ausgesehen, wie seine kaputte Hose, nur dass diese als neu verkauft wurden und er seine schon einige Jahre getragen hatte.

Neue kaputte Jeans kaufen?

Also befrage ich das Internet und siehe da, das ist tatsächlich ein Trend. Used-look nennt man das und ich finde sogar Anleitungen, wie man eine neue Hose am besten zerstören kann, um diesen trendigen used-look zu bekommen.

Da muss ich leider nur noch den Kopf schütteln. Ich meine, seit Jahren redet man von den menschenunwürdigen Arbeitsbedingungen in der Textilindustrie. Und dann wird neuwertige Kleidung einfach aufgrund von einem Modetrend zerstört, ich kann es einfach nicht fassen.

Das muss man sich einmal auf der Zunge zergehen lassen! Es gibt Unmengen von gebrauchter Kleidung, die keiner mehr haben will, die nach Afrika gebracht wird, wodurch die gesamte Textilindustrie zusammen gebrochen ist und die Menschen keine Arbeit mehr haben und auf der anderen Seite werden unter Ausbeutung von Menschen neue Hosen genäht, nur um sie sofort kaputt zu machen um diesen used-look zu erhalten.

das sieht man in den Geschäften (screenshot)

das sieht man in den Geschäften (screenshot)

es ist sogar noch schlimmer als man auf den ersten Blick vermutet

Auch von den gesundheitsschädigenden Auswirkungen dieser Methoden, den used-look zu erzeugen, lese ich. Da sind die Chemikalien zum Bleichen, die Hautreizungen erzeugen und das auch bei den Trägern der Hosen. Und besonders problematisch ist das Sandstrahlen, das zu massiven Problemen bei den Atemwegen der Arbeiter (Silikose) führt.

Dieses Video hat mich sehr erschüttert, schau es Dir bitte an, es dauert nur 5 Minuten.

Widerstand ist zweckmäßig

Der Konsument hat die Macht, nur wenn keine sandgestrahlten, gebleichten Jeans mehr gekauft werden, kann man sicher gehen, dass keine anderen Menschen für die Hose, die man trägt, gesundheitliche Schäden davontragen.

dabei ist alles ganz einfach

Für eine used-look Jeanshose muss man in kein Geschäft gehen. Gebrauchte Jeans gibt es wirklich mehr als genug am Gebrauchtmarkt und daher habe ich die Jeans von meinem Sohn wieder „salonfähig“ gemacht.

usedlook vorhernachher

aus einer zerrissenen Jeanshose wird eine trendige used-look Jeans

Zusätzlich zur Hose, die adaptiert werden soll, brauchst Du Reste von einer alten Jeanshose, die nicht mehr zu retten ist.

Für jedes große Loch wird ein passend großes Stück Stoff zurecht geschnitten.

jedes Loch bekommt seinen eigenen Flicken

jedes Loch bekommt seinen eigenen Flicken

Anschließend werden die Kanten mit ZickZack-Stichen versäubert.

durch den ZickZack-Stich kann nichts mehr ausfransen

durch den ZickZack-Stich kann nichts mehr ausfransen

Diese Stoffteile werden mit Stecknadeln innen an der Hose befestigt. Achtung – Du legst die rechte (schöne) Seite vom Stoffflicken an die linke (=Innenseite) von der Hose, sodass die schöne Seite vom Flicken durch das Loch sichtbar ist.

alle Flicken werden sorgfältig von innen festgesteckt

alle Flicken werden sorgfältig von innen festgesteckt

Einmal rund herum nähen, dabei die Stecknadeln entfernen. Anschließend mit einem breiten Zierstich Deiner Wahl noch einmal rund herum nähen, damit der Flicken mit der Jeanshose wirklich gut verbunden ist und auch Belastungen aushält.

ich verwende eine eigenen Jeansnadel dafür

ich verwende eine eigenen Jeansnadel dafür

Und schon ist die trendige used-look Jeanshose fertig. Das alte Teil ist gerettet und kann weiter getragen werden. Es muss keine neue Hose gekauft werden und schon gar keine Näherin in Bangladesh oder in der Türkei für die neue Hose leiden.

Eine perfekte widerstandistzweckmäßig-Aktion!

nun ist das gute Teil gerettet

nun ist das gute Teil gerettet

Tipp: Alle Bilder können durch Anklicken vergrößert werden, um weitere Details zu betrachten.

This is not okay – der Protest der Nähbloggerinnen

TiNOKleidung ist nicht nur irgendein modisches Fetzerl, das einem hilft cool auszusehen. In jedem Kleidungsstück steckt Kreativität und eine beachtliche Menge an Arbeit.

Diese Arbeit sollte fair bezahlt werden und zwar überall auf der Welt!

Daher haben sich ganz viele Nähbloggerinnen zusammen geschlossen und gemeinsam einen Katalog gestaltet. Ausführliche Infos zu dieser Aktion sind am Blog „mamimade“ zu finden.

Den Katalog habe ich hier für Dich gleich direkt eingebettet. Schau doch mal rein, es lohnt sich!

Hiermit protestiere ich offiziell mit und unterstütze diese großartige Aktion.


Logo-EiNaBeinfach.nachhaltig.besser.leben [#EiNaB]

Meinen heutigen Beitrag schicke ich zur Blogparade einfach.nachhaltig.besser.leben. Seit heute wird die Linkparty vom Blog verrücktes Huhn durchgeführt.

Banner fix itfix it – reparieren ist nachhaltig

Natürlich darf dieser Beitrag auch bei meiner Linkparty „fix it – reparieren ist nachhaltig“ nicht fehlen.

Weiteres verlinkt zu Create in Austria, Creadienstag, Handmade on Tuesday, Dienstagsdinge und Upcyclinglinkparty.


Das könnte Dich auch interessieren:

Tipps für den Kleiderschrank
Was passiert mit Altkleidern?
Wie viele Schuhe braucht eine Frau?

Im Gesamtindex „Beiträge“ findest Du eine Übersicht über alle bisher veröffentlichten Beiträge.

Typisch Frau – nichts anzuziehen – Teil 7.

In letzter Zeit ist mir wieder einmal mehr bewusst geworden, wie wichtig es ist, sich in seiner Kleidung wohl zu fühlen. Ich habe einige Teile, die mir sehr gut gefallen haben, im Kostnixladen für mich entdeckt und sie doch nicht getragen.

Die Frage war, warum und schnell wurde mir klar, dass es wieder einmal Kleinigkeiten waren, die mich an den Teilen gestört haben.

In meinem Beitrag Typisch Frau – nichts anzuziehen – Teil 5. habe ich bereits einmal darüber geschrieben. Seitdem versuche ich immer wieder genauer hinzuschauen, wenn ich etwas so gar nicht anziehe, obwohl es mir gefällt.

hier habe ich die Armlänge angepasst

hier habe ich die Armlänge angepasst

neue Entrümpelungsregel

Um Schrankleichen zu vermeiden habe ich vor einiger Zeit zwei neue Regeln eingeführt, die sich wirklich sehr bewährt haben.

Wenn mir ein Teil im Kleiderschrank auffällt, das mir sehr gut gefällt, welches ich jedoch immer wieder zur Seite lege und doch nicht anziehen will, habe ich zwei Möglichkeiten.

Entweder ich ziehe es an oder es muss weg. Da bin ich dann aber auch konsequent.

Meist beschließe ich, es doch anzuziehen. Manchmal trage ich das Kleidungsstück dann nur sehr kurz, weil ich schnell merke, warum ich es doch immer wieder zur Seite gelegt habe.

Nun gibt es wieder zwei Möglichkeiten. Entweder ich kann das Teil passend machen oder es muss weg.

Diese einfachen Regeln befolge ich sehr konsequent und das hat mir wirklich sehr gut geholfen, dass nun die Lieblingsteile im Kleiderschrank überwiegen.

mein neues Lieblingsfundstück

Vor wenigen Tagen habe ich diesen Blazer im Kostnixladen entdeckt. Ein perfektes Teil, da es einfache Basic-Shirts aufpeppt.

Gleich einmal gewaschen und dann hängt er da und ich mag ihn doch nicht anziehen. Auf den Fotos kannst Du vermutlich erkenne, warum.

siehst Du das Problem?

siehst Du das Problem?

Also habe ich hin und her überlegt, was ich anders machen könnte. Ganz abschneiden war keine Option, denn erstens hätte das nicht gut ausgesehen und zweitens hätte der Blazer die Taillierung verloren. Nach kurzem Überlegen kam mir die Idee, das Bank zu kürzen und das andere Band direkt anzunähen, damit nichts mehr weg steht.

sieht doch gleich viel besser aus!

sieht doch gleich viel besser aus!

Die Anpassung hat noch nicht einmal eine halbe Stunde gedauert. Nun fühle ich mich in dem Blazer so richtig wohl. Was so Kleinigkeiten ausmachen!

Auf diese Weise wurde wieder einmal ein Teil gerettet und kann endlich mit einem guten Gefühl weiter getragen werden.

gefällt mir viel besser als vorher

gefällt mir viel besser als vorher

Linktipp:

Am Blog „Grüner Alltag“ habe ich den sehr inspirierenden Beitrag „Sommerklamotten im Winter tragen“ gefunden.


Logo-EiNaBeinfach.nachhaltig.besser.leben [#EiNaB]

Meinen heutigen Beitrag schicke ich zur Blogparade einfach.nachhaltig.besser.leben. Derzeit wird die Linkparty vom Blog gruenezwerge durchgeführt.

Banner fix itfix it – reparieren ist nachhaltig

Natürlich darf dieser Beitrag auch bei meiner Linkparty „fix it – reparieren ist nachhaltig“ nicht fehlen.

Weiteres verlinkt zu Create in Austria, Creadienstag, Handmade on Tuesday, Dienstagsdinge und Scharly Klamotte.


Das könnte Dich auch interessieren:

Typisch Frau – nichts anzuziehen – Teil 1. – die Analyse
Typisch Frau – nichts anzuziehen – Teil 2. – Entrümpeln befreit
Typisch Frau – nichts anzuziehen – Teil 3. – das Kleiderdepot
Typisch Frau – nichts anzuziehen – Teil 4. – der Praxistest
Typisch Frau – nichts anzuziehen – Teil 5. – Kleidung passend machen
Typisch Frau – nichts anzuziehen – Teil 6. – färben mit Pflanzenfarbe
Tipps für den Kleiderschrank

Im Gesamtindex „Beiträge“ findest Du eine Übersicht über alle bisher veröffentlichten Beiträge.

Aktion Klamottenkur 2015

Wie schon vor einem Jahr möchte ich auch dieses Jahr wieder an der Aktion Modeprotest – Aktion Klamottenkur 18.2. – 4.4.2015 teilnehmen.

Ich habe diese Erfahrung sehr aufschlussreich empfunden, nachzulesen in meinem Beitrag Modeprotest: Klamottenkur 2014 – mein Fazit.

Klamottenkur 2015

Klamottenkur 2015

Die Aktion im Überblick

Der erste Schritt in Richtung nachhaltigem Konsum ist weniger Konsum. Das gilt auch für die Klamotten im Kleiderschrank. Schaffst du es, deine Garderobe für sieben Wochen auf 50 Kleidungsstücke zu reduzieren?

Vorgeschlagen wird, sich während der Fastenzeit von 18. Februar – 4. April 2015 auf 50 Kleidungsstücke (inkl. Unterwäsche, Schuhe, Mantel und Accessoirs) zu beschränken.

Im Sinn von Slow-Fashion, bewusstem Konsum und Selbstreflexion stellen wir unser Selbstbewusstsein auf die Probe. Wir reduzieren unsere Garderobe für sieben Wochen! Wir wollen testen, wie wir damit klarkommen, wenn wir uns dem Mode-Diktat widersetzen. Für mehr Freiheit und Selbstbestimmung! Und für weniger Zeit vor dem Kleiderschrank und verführerischen Einkaufsbummeln!

Die Minimalgarderobe besteht aus 50 Teilen. Jeder kann selbst entscheiden, welche Kleidungsstücke er oder sie benötigt. Die restliche Kleidung wird komplett weggepackt, damit man nicht in Versuchung kommt.

Das ist nur ein Beispiel - jeder kann seine 50 Teile individuell zusammen stellen

Das ist nur ein Beispiel – jeder kann seine 50 Teile individuell zusammen stellen


Ich mache mit

Auch dieses Jahr möchte ich wieder an der Klamottenkur teilnehmen. Den Aktionszeitraum werde ich dazu nützen, um meinen Kleiderschrank noch einmal genauer unter die Lupe zu nehmen.

Die Probleme vom vorigen Jahr

Im letzten Jahr hatte ich das Problem, dass ich verteilt auf das Jahr krankheitsbedingt rund 10 kg zugenommen habe. Das hat mein wunderbares Konzept völlig über den Haufen geworfen. Spätestens im Oktober letzten Jahres hatte trotz meines Depots nichts mehr anzuziehen, was nicht gezwickt hat und vor allem keine passende Hose mehr.

Meine Garderobe ist heute sehr minimalistisch

Mit Hilfe vom Kostnixladen habe ich einige passende Oberteile, 2 Jacken und 3 Hosen gefunden. Damit komme ich überraschend ganz gut über die Runden. Alles lässt sich gut kombinieren und ich fühle mich endlich wieder wohl.

Klar, es ist eine aufgezwungene Situation, aber ich habe auch gespürt, dass ich deutlich weniger brauche als ich vor einem Jahr noch gedacht habe.

Meine Problemzonen

Dennoch sind da mehrere Problembereiche. Einerseits bin ich gerade dabei meine Ernährung umzustellen und möchte aus gesundheitlichen Gründen diese 10 kg wieder abnehmen. Das habe ich auch bereits sehr erfolgreich begonnen und bin 3 kg davon schon wieder los geworden.

Das bedeutet aber umgekehrt, dass meine Garderobe derzeit kein fixes Ding sein kann. Es ist nicht möglich, einfach auszusortieren und alles wegzugeben, weil ich dann (hoffentlich) in einiger Zeit wieder keine passende Kleidung habe.

Andererseits liegen überall Klamotten herum, die nicht passen und das ist sehr frustrierend. Ich sehe etwas, was ich immer gerne getragen habe. Ziehe es an, weil ich denke, das hat mir eh immer gut gepasst. Aber Pustekuchen, ich sehe aus wie eine Knackwurst und bin total frustriert.

Meine Aufgabe für die Klamottenkur

Ich möchte meinen Kleiderschrank komplett überarbeiten und nur Teile darin behalten, die mir im Augenblick wirklich gut passen. Das wird sich von der Stückzahl ganz gut mit der Vorgabe der Klamottenkur decken.

Alles andere werde ich nach vorher festgelegten Kriterien sortieren. Von einem Teil werde ich mich trennen und in den Kostnixladen bringen. Das, was ich unbedingt behalten will und in das ich hoffentlich in absehbarer Zeit wieder hineinpassen werde, möchte ich auf meinen Dachboden räumen.

Im Zuge der Umräumaktion wird auch mein Depot noch einmal unter die Lupe genommen.

Es ist viel zu tun

Das wird sehr viel Arbeit, aber es sind ja auch 40 Tage Zeit. Es muss nicht alles auf einmal passieren und ich möchte nicht bis zur Erschöpfung arbeiten.

Daher werde ich mir für jeden Tag einen kleinen Teil vornehmen – ein paar Schubladen, ein Regalfach etc.

Ergänzend dazu möchte ich auch versuchen – wie hier beschrieben – die kleinen Macken von Kleidungsstücken zu beseitigen und Anpassungen vorzunehmen damit ich das, was ich besitze, noch lieber trage.

Einen besonderen Augenmerk werde ich diesmal auf die Farben legen. Mit nur wenigen Farben ist es viel einfacher alles miteinander zu kombinieren.

Herr Widerstand trägt fast ausschließlich rot, schwarz und grau sowie vereinzelt grün. Egal was er trägt, es passt alles wunderbar zusammen.

Ich bin gespannt wie sich alles entwickelt und werde berichten.

Linktipp:

Modeprotest: Aktion Klamottenkur 18.2. – 4.4.2015
„Modeprotest jenseits des Wachstums“ – Interview „degrowth“
„Modeprotest“ auf Facebook
Veranstaltung „Klamottenkur“ auf Facebook
Blog-Homepage Klamottenkur

alle Bilder (c) modeprotest.de

alle Bilder (c) modeprotest.de




Das könnte Dich auch interessieren:

Was passiert mit Altkleidern?
Wie viel Kleidung braucht ein Mensch?
Modeprotest: Klamottenkur 2014 – mein Fazit
Wie viele Schuhe braucht eine Frau?
Bio-Baumwolle lässt Mensch und Umwelt aufatmen
Typisch Frau – nichts anzuziehen – Teil 1. – die Analyse
Typisch Frau – nichts anzuziehen – Teil 2. – Entrümpeln befreit
Typisch Frau – nichts anzuziehen – Teil 3. – was es mit dem Depot auf sich hat
Typisch Frau – nichts anzuziehen – Teil 4. – der Praxistest
Typisch Frau – nichts anzuziehen – Teil 5. – Kleidung färben, passend machen
Typisch Frau – nichts anzuziehen – Teil 6. – natürlich färben mit Pflanzenfarbe

Im Gesamtindex „Beiträge“ findest Du eine Übersicht über alle bisher veröffentlichten Beiträge.

Bio-Baumwolle lässt Mensch und Umwelt aufatmen

Zu Hause kehrt endlich ein ruhiger Moment ein, man surft ein wenig im Internet und ganz plötzlich wird man von den vielen bunten Bildern verführt, will sich selbst zum Ausgleich für den stressigen Tag etwas Gutes tun und ehe man richtig weiß wie einem geschieht ist nur ein Klick später der Warenkorb gut gefüllt: mit einem neuen Mantel, einem eleganten Rock und dem Kleid, das man für den nächsten Tanzabend unbedingt noch braucht.

Shopping-Rausch ohne Nebenwirkungen?

Doch wie fast alle, die das Buch von Nunu Kaller gelesen haben, wissen, will die Mode-Industrie zwar den Eindruck vermitteln, als könne sie kein Wässerchen trüben, aber wer beim Shopping nur dem gerade angesagten Look folgt, wird in puncto Hochwertigkeit und vor allem ethisch vertretbaren Herstellungsbedingungen nicht so leicht fündig.

Vielfach werden die Kleidungsstücke nicht nur billig hergestellt, sie sind auch nur für eine kurze Tragedauer bestimmt. Schließlich will man ja in kurzer Zeit wieder neue Teile verkaufen.

Dieser Trend belastet Mensch und Umwelt schwer. Einmal hinter die Kulissen geschaut kann die Überzeugung, sich mit der neuen Errungenschaft etwas Gutes zu tun, schon gehörig ins Wanken geraten. Ebenso wie die Frage, ob der (Versand)handel des Vertrauens selbiges überhaupt verdient hat…

Mehr schöner Schein statt reine Wahrheit

Dass Naturfasern wie Baumwolle oder Viskose im hautnahen Kontakt jedem künstlichen Kollegen den Rang ablaufen, ist bereits seit einigen Jahren ein heiß diskutiertes Thema und hat bei unzähligen Fashion-Victims zum Umdenken geführt.

Kein Wunder, sprechen doch die Argumente für natürliche Materialien ihre ganz eigene Sprache: Sie sind luftdurchlässig, lassen die Haut atmen und fühlen sich am Körper so an wie es sein sollte – als zweite Haut.

Das erhöhte Bewusstsein der Kunden für die Verträglichkeit und den Komfort lösten in der Milliarden-Branche Mode ein kleines Beben aus: Fortan sahen sich selbst die großen Konzerne gezwungen, vermehrt auf Naturfasern zu setzen. Inzwischen prangen Baumwolle & Co zuhauf auch auf den Etiketten der Massenware.

Schöne heile Modewelt?

So einfach ist es leider nicht. Denn in einer Branche, in der mit Milliardenumsätzen jongliert wird und in der ein Trend den anderen überholt, bleibt die Natürlichkeit oftmals auf der Strecke. Schnell, effektiv und möglichst günstig – das sind die wahren heiligen Grale vieler Hersteller. Zwar finden die Trendteile ihre Wurzeln tatsächlich auf Baumwollplantagen, sind aber dennoch lange nicht so grün und rein wie es den Anschein weckt.

So werden auf den meisten Plantagen die von der Natur vorgesehenen Wachstumsprozesse der Baumwollpflanzen mit chemischen Mitteln beschleunigt. Und das ist nur die Spitze des Chemie-Eisbergs: Schließlich wollen auch Schädlinge ferngehalten und Blätter effektiv entfernt werden – alles natürlich…natürlich chemisch.

So ist selbst aus den guten Absichten zum reinen Gewissen ein schmutziges Geschäft geworden. Verseuchte Böden und Grundwasser zeugen von einem Vorgehen, das mit Umweltbewusstsein nicht mehr viel zu tun hat. Und unsereins trägt womöglich mehr Chemie am Körper als einem bewusst und lieb ist.



Bio-Baumwolle als Versprechen an Natur und Träger

Kurzum: Baumwolle hält nicht immer das, was sie verspricht. Dass dies aber durchaus möglich ist, stellen all diejenigen Anbieter unter Beweis, die auf Bio-Baumwolle setzen.

Bei Bio-Baumwolle handelt es sich um Fasern, die garantiert ohne Kunstdünger oder Pestizide heranwachsen durften. Auf den Plantagen wird noch per Hand gepflückt, so dass weder Maschinen noch künstliche Entlaubungsmittel zum Einsatz kommen. Der Vorteil: Nicht nur die Umwelt wird weniger belastet, das Produkt ist auch um einiges reiner als die maschinell gepflückte Konkurrenz.

Das Vorurteil, man müsse nach biologisch reiner Kleidung wie nach der sprichwörtlichen Stecknadel im Heuhaufen suchen, ist dabei längst Vergangenheit, vielmehr breitet sich der Trend zur grünen Mode unaufhaltsam aus.

Tatsächlich ist Kleidung mit Bio-Siegel heutzutage so einfach verfügbar wie jedes andere Kleidungsstück auch. Wer sich bei Online-Shops umschaut, findet mittlerweile ein breites Sortiment an Bio-Mode.

Dennoch gilt auch hier: Man muss ganz genau hinschauen

Gütesiegel helfen bei der Auswahl

Eines der wichtigsten Siegel im fairen Textilhandel ist Global Organic Textile Standard (GOTS), bei dem ein weltweit angewendeter Standard für die Verarbeitung von Textilien aus biologisch erzeugten Naturfasern festgelegt wurde.

Neben umwelttechnischen Anforderungen entlang der gesamten textilen Produktionskette wurden auch Sozialkriterien definiert. Die Qualitätssicherung erfolgt durch unabhängige Zertifizierung der gesamten Textillieferkette.

Aber auch „Fair trade“ setzt sich für fair produzierte Kleidung ein.

Der Faire Handel trägt dazu bei, dass die Menschen in den Erzeugerländern angemessen von ihrer Arbeit leben können.

Die wichtigsten Punkte beim fairtrade-Siegel sind:

1. Zusammenschluss der Erzeuger zu Genossenschaften
2. Keine ausbeuterische Kinderarbeit
3. Sozialverträgliche Arbeitsbedingungen
4. Gleichberechtigung von Frauen
5. Aufbau von Know-How und Unabhängigkeit

Abschließende Gedanken

Über allem steht für mich noch immer die Frage Wie viel Kleidung braucht ein Mensch?

Wenn ich wenige aber dafür hochwertige Kleidungsstücke besitze, diese gerne und immer wieder trage, sie sorgsam behandle, damit sie lange leben, trage ich aktiv dazu bei, dass die Ressourcen unserer Erde geschont werden.

Und wenn ich bereit bin, einen fairen Preis für meine Kleidung zu bezahlen, stelle ich sicher, dass keine Menschen für mich leiden müssen.

Die Entscheidung liegt bei mir und es liegt auch an mir, die Verantwortung für Mensch und Umwelt wahrzunehmen.


Das könnte Dich auch interessieren:

Wie viel Kleidung braucht ein Mensch?
Welchen Wert hat die Arbeit?
Welchen Wert hat die Arbeit – Reparaturen

Im Gesamtindex „Beiträge“ findest Du eine Übersicht über alle bisher veröffentlichten Beiträge.

Tipps für den Kleiderschrank

Du magst Mode, aber willst, dass die Kleidung, die Du trägst, ökologisch und ethisch einwandfrei ist? Hier findest Du die besten Tipps für die Revolution im Schrank.

Quelle: Greenpeace: Revolution im Kleiderschrank

Der Text wurde durch eigene Anmerkungen ergänzt und die weiterführenden Links teilweise adaptiert.

Das Motto vom Kostnixladen

Das Motto vom Kostnixladen

1. Kaufen Sie Secondhand
Warum immer neu kaufen? Auf Flohmärkten, in Second-Läden, auf Onlineplattformen wie Kleiderkreisel oder bei Freunden [Anm: aber natürlich auch im Kostnixladen] bekommen Sie einzigartige Mode – häufig viel günstiger oder umsonst. Gehen Sie kreativ mit Ihrem Wunsch nach Veränderung um und kombinieren Sie neue mit alten Teilen.

2. Werden Sie Modeschöpfer/in
Was beeindruckt mehr als Selbstgemachtes? Lernen Sie häkeln, stricken, nähen oder siebdrucken! In vielen Städten bieten Modeläden, Volkshochschulen oder sogar Designer Workshops an. Do-It-Yourself-Anleitungen (DIY) finden Sie online, etwa bei YouTube. Ökofaire Stoffe oder Garne finden Sie auf einer der grünen Listen vom Grüne-Mode-Blog.

3. Kaufen Sie grüne Mode
In Deutschland [Anm: und in Österreich] sind in den letzten Jahren viele Eco Fashion Stores aus dem Boden geschossen, die sich gänzlich der grünen Philosophie verschrieben haben. Viele Designer und Modelabel arbeiten daran, Mode grüner zu machen und erzeugen so Druck auf globale Produktionsbedingungen. Häufig wird die Mode unter deutlich besseren Sozialstandards produziert, nicht selten zu vergleichbaren Preisen wie Markenkleidung. Gerade die kleinen Label sind oft doppelt gut und bieten Bio&Fair, Ökologie und Ethik im Doppelpack. Mehr Infos unter: Einkaufsquellen für Ökotextilien in Österreich sowie www.getchanged.net und www.gruenemode.de.

4. Organisieren Sie eine Kleidertauschparty
Eine Kleidertauschparty macht großen Spaß und ist der kreativste und umweltfreundlichste Weg, Ihrem Kleiderschrank einen Frischekick zu verpassen, ohne einen Euro auszugeben! Eine Kleidertauschparty zu organisieren, ist ganz einfach. Anregungen dazu finden Sie hier: Tipps für eine private Kleidertauschparty sowie Tipps für eine öffentliche Kleidertauschparty

5. Kaufen Sie Klassiker und achten Sie auf Qualität
Investieren Sie in gute Qualität und Stücke, die Sie lieben. Manchmal hilft auch einmotten und abwarten. Bis jetzt ist noch jeder Trend wieder gekommen.
Drehen Sie die Kleidung von innen nach außen – sehen und fühlen Sie den Unterschied zwischen guter und schlechter Qualität. Hier darf man mal echt „materialistisch“ sein. Lieber liegen lassen, was so aussieht, als sei es mit der heißen Nadel genäht.

6. Reparieren
Wenn Sie Kleidungsstücke besitzen, die Sie nicht mehr tragen, weil sie einen neuen Reißverschluss brauchen oder der Hosenboden geflickt werden muss, versuchen Sie sie selbst zu reparieren. Wenn’s nicht klappt, können Sie sie immer noch zu einer Schneiderei um die Ecke bringen. Sie werden überrascht sein, wie viele es gibt und wie günstig die Reparatur häufig ist. Und wenn Sie schon dabei sind, können Sie die Kleidung auch gleich nach Ihrem Ideal umgestalten: neue Knöpfe, machen Sie aus einem Dress einen Rock, aus einer Jeans eine Shorts, usw. Hier ein paar Gedanken zu dem Thema sowie Upcycling von Jeans

7. Misten Sie den Kleiderschrank aus
Misten Sie Ihren Kleiderschrank einmal gründlich aus. Was Sie nicht mehr tragen wollen, geben Sie einfach weiter. Dass die aussortierten Teile in die richtigen Hände geraten, garantiert das Zeichen von FairWertung. Eine gute Idee sind auch die Shops der Entwicklungsorganisation Oxfam, die alte Kleidung annehmen. Natürlich können Sie Ihre Sachen auch bei Ebay oder über den Kleiderkreisel verkaufen.
[Anm: Bitte bringen Sie aussortierte Kleidung in den Kostnixladen. Hier kommt die Kleidung zu Menschen, die diese gerne tragen und wertschätzen.]

8. Waschen Sie umweltfreundlich
Eine große Auswirkung auf die Umwelt hat das Waschen von Kleidungsstücken. Darum sollte die Maschine ganz voll sein, wenn Sie sie anstellen. Nutzen Sie zudem die Sparfunktionen, hängen Ihre Wäsche auf statt einen Trockner zu verwenden. Bei den meisten Kleidungsstücken reicht die 30-Grad-Einstellung zur Reinigung.

9. Sagen Sie ja zu fairer Bezahlung
Greenpeace ist kein Spezialist für Arbeitsbedingungen in der Textilindustrie, sondern für die Umweltschutz-Anstrengungen der Branche. Die „Kampagne für saubere Kleidung“ – Experten für solche ethischen Fragen – hat jüngst ein Firmenranking veröffentlicht, in dem sie die Firmen in puncto Zahlung existenzsichernder Löhne bewerten. Interessierte können sich dort ein Bild machen, wie 50 große Firmen im Vergleich abschneiden.

Greenpeace fordert, dass auch die sozialen Bedingungen der Textilarbeiter verbessert werden müssen. Umweltschutz und menschenwürdige Arbeitsbedingungen müssen Hand in Hand gehen. Die Textilfirmen sind dafür verantwortlich, beides zu garantieren.

10. Entscheiden Sie sich für Biobaumwolle
Baumwolle ist eine empfindliche Pflanze, für deren Anbau viel Dünger und Pestizide verwendet werden. Oft kommt sie als gentechnisch veränderte Sorte auf den Acker. Bio-Baumwolle ist eine gute Alternative. Wenn „Organic Cotton“ oder „Bio Cotton“ auf dem Etikett steht, sollte dort auch die Angabe 100 Prozent stehen.

11. Sprechen Sie Ihre Lieblingsmarke an
Sie haben eine Lieblingsmarke? Informieren Sie sich auf deren Webseite über ihre Umweltpolitik, insbesondere ihr Chemikalienmanagement. Sagen sie ihnen, dass Sie ihre Kleidung mögen, aber wünschen, dass sie mehr tun. Eines haben wir aus der Detox-Kampagne gelernt: Marken hören auf ihre Kunden!

12. Achten Sie auf Gütesiegel
Es ist nicht leicht, sich in dem Dschungel der Standards zu orientieren. Unser Textilratgeber schafft Abhilfe. Weitere Infos: faire Textilien und Kaufalternativen

13. Machen Sie bei Kampagnen mit
Reden Sie mit Ihren Freunden über die dunkle Wahrheit hinter dem schönen Fummel. Begeistern Sie sie für Kleidertausch, peppen Sie Ihre Kleidung auf oder gehen Sie zusammen in Second Hand-Läden. Gemeinsam macht alles mehr Spaß! Damit helfen Sie Greenpeace, die Öffentlichkeit für das Thema zu sensibilisieren. Teilen Sie diesen Text auf Facebook und Twitter. Alles weitere zur Detox-Kampagne finden Sie hier: www.greenpeace.at/detox

14. Kaufen Sie weniger, aber bewusster
Es geht nicht nur darum, was wir kaufen, sondern auch wie viel.
Der Überdruss am Überfluss hat inzwischen auch das Thema Mode erreicht, obwohl hier das Lebensgefühl des schnellen Wandels verkauft wird. Bis zu 40 Prozent dessen, was im Schrank hängt, tragen wir selten oder nie. Konsumieren wir weiter in diesem Tempo, wird es schwer, den Planeten zu entlasten.


Das könnte Dich auch interessieren:

Was passiert mit Altkleidern?
Wie viel Kleidung braucht ein Mensch?
Modeprotest: Klamottenkur 2014 – mein Fazit
Wie viele Schuhe braucht eine Frau?
zwei Upcycling-Projekte – aus alt mach neu
Typisch Frau – nichts anzuziehen – Teil 1. – die Analyse
Typisch Frau – nichts anzuziehen – Teil 2. – Entrümpeln befreit
Typisch Frau – nichts anzuziehen – Teil 3. – was es mit dem Depot auf sich hat
Typisch Frau – nichts anzuziehen – Teil 4. – der Praxistest
Typisch Frau – nichts anzuziehen – Teil 5. – Kleidung färben, passend machen
Typisch Frau – nichts anzuziehen – Teil 6. – natürlich färben mit Pflanzenfarbe

Im Gesamtindex „Beiträge“ findest Du eine Übersicht über alle bisher veröffentlichten Beiträge.